Die Stadt mit der Zunge betreten

Lecture-Performances von Ruth Schmidt, Arne Salasse, Tilman Aumüller Reihe PSYCHOARCHITEKTUREN, Teil 2

20./21./22. August 2020; IMPLANTIEREN Festival

Man kann einen Ort mit den Füßen und mit der Zunge betreten, sagt McKenzie Wark in ihrem Buch über Computerspiele. Diesen Satz nehmen ScriptedReality als Ausgangspunkt für eine Reihe von Lecture-Performances, die mit der Zunge und den Füßen der Materialität und Immaterialität der Stadt nachspüren, die immer mehr von einem Geflecht unsichtbarer Texte durchzogen ist.

Die Lectures beschäftigen sich mit Bildern, die wie im Fall der Neuen Frankfurter Altstadt ihre eigene architektonische Reproduktion erzwingen.
Sie folgen den Linien, die wir auf den Karten der Stadt hinterlassen, zu Netzen verdichtet, die die Gesichtserkennung auf die Gesichter der Passantinnen tätowiert.
Die Lectures bewegen sich durch die Stapel von Infrastrukturen, zu denen die Stadt sich vervielfältigt hat und in denen wir versuchen, die Füße auf den verflüssigten Boden des Anthropozäns zu bekommen.
Und sie nehmen Kontakt auf zu Ping-Geistern, die in der Interferenz zwischen Layern entstehen, in den Resten, die auf den Karten nicht zu finden sind.

Es entsteht eine Architektur aus Erzählungen, in und mit denen ScriptedReality, angelehnt an situationistische Techniken, die Idee der ‘Psychoarchitekturen’ überprüft.

Gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt; in Kooperation mit dem IMPLANTIEREN Festival.

Über Die Stadt mit der Zunge betreten (Psychoarchitekturen II)

Bernhad Siebert auf Spoiler Park:

"[...] ScriptedReality will guide us through this stack in different movements, or walks. As Schmidt explains, for them as theater makers it was important to go about in a quality that is called trödeln in German, which would be “dawdling”, or “dallying”, in English. We are invited to come along and to follow this digital dawdling. The whole presentation takes us by the hand, but it gets more and more difficult to follow the different paths, that are, in this topological logic, at the same time thinking threads and city walks. Frankfurt itself is treated as a place of spatial complexity, with its newly built Old City Centre (“Neue Altstadt”), and its status as a center of stock market trading. Aumüller guides these tours in a meandering monologue, illustrated by a lot of pictures, videos and graphics. We venture in and out of Westworld (and Westworld); we take a long bike trip from the Eastern outskirts of the city to the Western outskirts of the city, up and down and up again; into crazy theories; into little details; and at times, there’s no sense of orientation any more. Darkness has fallen behind the glass walls, and the performance space in saasfee*pavillon is only scarcely lit". [...]

Bernhard Siebert